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Pflege

Vorbereitung für die Winterpause

Zu allererst ist eine gründliche Reinigung angesagt, wenn Sie Ihren "schnellen Hirsch" in den Winterschlaf schicken wollen. Aber Achtung beim Abbrausen - die Elektrik und Elektronik von Motorrädern lieben keine Feuchtigkeit! Umso dankbarer sind die lackierten Teile für das Ausbessern kleiner Schadstellen und die anschließende Behandlung mit einem Pflegemittel: damit sich keine Korrison während der Ruhezeit einfressen kann.

Putzaufgabe geschafft?

So geht es weiter:

  • Anstehende Reparaturen möglichst noch vor der Winterpause erledigen. Klar, technisch versierte Biker können da jede Menge selbst tun. Doch überschätzen sollten sie sich nicht- und soweit nötig- eine Fachwerkstatt einschalten. Die hat zum Saisonende auch mehr Zeit als in den ersten Wochen des Motorrad-Frühlings.
  • Prüfen, ob Ölwechsel angezeigt sind, sei es im Motor, im Getriebe, im Kardan oder in der Gabel. Eine Erneuerung des Motoröls (das alte in betriebswarmen Zustand ablassen!) kann vor dem Winter nie schaden- und auch nicht ein Austausch des Ölfilters nach dem Motto "Lieber früher als später".
  • Gelenke, Bowdenzüge, Hebel und sonstige bewegliche Teile abschmieren. Bei dieser Gelegenheit lässt sich auch checken, wie es mit dem Spiel bzw. Verschleiß der Antriebskette, der Bremsen und der Kupplung bestellt ist.
  • Zündkerzen herausschrauben, in jeden Zylinder etwas Motoröl (etwa 15cm³) einfüllen und den Motor ein paar Mal mit dem Starter durchdrehen. Dann Zündkerzen wieder einsetzen. Spezielle Motor - Konservierungssprays tun den gleichen Dienst wie Öl und machen die Sache einfacher.
  • Bei wassergekühlten Motoren Frostschutz prüfen und -wenn nötig- erneuern. Dabei die Hersteller-Vorgaben beachten.
  • Batterie ausbauen, den Säurestand checken und - wenn erforderlich- mit destilliertem Wasser wieder auf die richtige Marke bringen. In einem trockenen und warmen Raum gehört die Batterie gelagert; für Nachladen in Abständen von etwa sechs bis acht Wochen ist die dankbar.
  • Tank ganz auffüllen, um Korrosion im Behälter zu verhüten. Benzinleitung und Vergaser leeren; Kraftstoff und Luftfilter reinigen bzw. erneuern.
  • Kunststoff und Chromteile mit geeigneten Mitteln (Sprays, Schutzwachs u.ä.) konservieren. Den mit einem Ölgetränkten Lappen einreiben und das Endrohr mit diesem verschließen.
  • Den Reifen-Luftdruck um 0,3 bis 0,5 bar erhöhen; variable Federelemente auf niedrigste Vorspannung einstellen.

 

Abstellen - Wo und Wie

Genug der schweißtreibenden Pflege vor dem Einwintern? Ja, aber auch das richtige Abstellen des guten Stücks kommt es an.

Das bedeutet:

  • Einen luftigen und trockenen Raum braucht das Motorrad für seinen Winterschlaf.
  • Wenn die Maschine so aufgebockt wird, dass das Vorder- und Hinterrad möglichst entlastet ist, danken es die reifen, die Federn und das Lenkkopflager.
  • Zur Abdeckung empfiehlt sich ein Staubschutz, der Luft durchlässt, und unter dem sich kein Kondenswasser bilden kann. Geeignet sind beispielsweise alte Wolldecken; dringend abzuraten ist von einer Kunsstoffumhüllung.
Schließlich: Lassen Sie den Motor nicht während der Winterpause laufen- nicht einmal ganz kurz. Sonst wird die Konservierung beeinträchtigt und korrosives Kondenswasser freigesetzt.

 

Vor dem Start in den Frühling

Winter vorbei- Frühling in Sicht? Ehe sich der Biker in den Sattel schwingt, wird er seine Maschine noch einmal unter die Lupe nehmen: Vor allem im Blick darauf, ob sie die Ruhezeit gut überstanden hat. Ein paar ergänzende Checks sind ebenfalls angezeigt, um absolut auf "Nummer Sicher" zu gehen. Besonders gilt das für die "großen drei B", also Bereifung, Bremsen und Beleuchtung.

Eine Luftdruck-Nachschau brauchen die Reifen. Ist der Druck übermäßig abgesackt, heißt es die Ursache ergründen. Hat sich ein Nagel in die Lauffläche eingeschlichen; ist der Reifen sonst wie beschädigt oder vielleicht überaltert? Wenn das nicht schon vor der Winterpause geschehen ist, darf auch ein kritischer Blick auf die Profiltiefe (mindestens 1,6 Millimeter) und den allgemeinen Zustand der "Motorrad-Schuhsohlen" nicht fehlen. Auszumustern sind Reifen, wenn sie ernsthafte Defekte aufweisen, zum Beispiel ausgebrochene Profilstücke oder Schnitte in den Flanken. Im Übrigen: Sind auch noch alle Ventilklappen vorhanden?

Auch die Bremsanlage wird der Biker vor dem Start ins Frühjahr durchsehen:

  • Sind die Leitungen und Schläuche dicht; ist irgendwo Flüssigkeit während der Winterpause ausgetreten? Haben die nirgends Dellen, Scheuerstellen oder risse? Sind die Schläuche an der Vorderradgabel beim Ein- und Ausfedern freigängig?
  • Stimmt der Stand der Bremsflüssigkeit im Ausgleichsbehälter? Ist die Flüssigkeit auch nicht überaltert? Alle zwei Jahre gehört sie erneuert, um gefährliche Dampfblasenbildung zu verhüten. Vorsicht beim Austausch: Bremsflüssigkeit ist giftig und muss ordnungsgemäß entsorgt werden. Und Achtung beim Auffüllen: Die Gummimembran im Ausgleichsbehälter muss ohne Luftblasen auf der Flüssigkeit aufliegen.
  • Ist kein Öl bzw. Fett von der Winterpflege auf die Bremsscheiben, -sättel oder -klötze gekleckert? Haben die Bremsklötze und -Beläge noch ausreichen Stärke, oder ist ein Wechsel fällig?

Zum nächsten Hauptpunkt für den Check, also zu Beleuchtung und zur sonstigen Elektrik:

  • Sind alle Leuchtengehäuse intakt, also ohne Sprünge in der Abdeckung, ohne "erblindete" Verspiegelung und ohne Lichthemmende Verstaubungen im Innern? Sind die Rückstrahler weder angebrochen noch zerkratzt?
  • Funktionieren alle Leuchten nebst den zugehörigen Schaltern und Kontrolllämpchen, angefangen vom Fern- und Abblendlicht über die Blinker und die Kennzeichnungsbeleuchtung bis zum Brems- und zur Schlussleuchte? Sind die Glühbirnen noch einwandfrei? Überalterte Exemplare sind am geschwärzten Glaskolben bzw. - bei Halogenlampen- am Glitzern der Drähte zuerkennen.
  • Sind alle elektrischen Anschlüsse fest und auch nicht koordiert?

Die "drei großen B" inspiziert und in Ordnung befunden? Gut, aber ein paar wichtige Dinge kommen noch dazu:

  • Sind alle Befestigungen ok? Ist nirgends etwas locker oder gar angebrochen, auch nicht an den Stoßdämpfern und Federn, der Motorblock- Aufhängung oder den Rädern?
  • Stimmt der Ölstand im Motor und im Getriebe; deuten Ölspuren am Treibwerk auf eine Undichtigkeit hin? Tröpfelt auch nichts aus der Kraftstoffleitung; ist sie ohne Scheuer- und sonstige Schadstellen?
  • Ist die Kette richtig gespannt- also weder zu schlapp noch zu straff-; ist sie auch gut gefettet?
  • Sind die Stoßdämpfer und Federn an der linken und rechten Seite richtig eingestellt- also auch in gleicher Höhe?
  • Ist die Lenkung frei- und leichtgängig? Sind ihre Endanschläge einwandfrei; ist ihr Spiel nicht zu groß?

Schließlich: Auch von rutschsicheren, gut festsitzenden Fußrasten hängt die Sicherheit des Bikers ab- und ebenso von tadellosen Rückspiegeln.

 

Die "amtliche" Seite der Winterpause

Nicht vergessen: Die Winterpause hat auch eine "amtliche" Seite, also da Ab- und Wiederanmelden, die alternative Wahl eines Saisonkennzeichens und die alternative Wahl eines Saisonkennzeichens und die Geltungsdauer der Prüfplakette von der letzten Hauptuntersuchung. Hierzu einige Hinweise:

  • Wird das Motorrad durch Abmeldung bei der Zulassungsstelle vorübergehend stillgelegt, und fällt seine nächste Hauptuntersuchung in diese Periode, muss die Maschine nicht extra "ausgemottet" werden. Doch wenn sie wieder in Betrieb geht, ist die Untersuchung "unverzüglich" nachzuholen, sprich im Zusammenhang mit der Wiederanmeldung.
  • Steht fest, für welche Zeit das Motorrad alljährlich gefahren und in den Winterschlaf geschickt werden soll, ist ein Saisonkennzeichen die beste Lösung. Innerhalb der gewählten Frist - zum Beispiel vom März bis zum November - ist dann die Maschine in jedem Jahr zum Verkehr zugelassen. Das jeweilige Ab- und Wiederanmelden mit seinem Aufwand und seinen Kosten entfällt. Aber Achtung:
    Außerhalb seiner saisonalen Zulassung darf das Motorrad nicht im öffentlichen Verkehrsraum bewegt und dort auch nicht abgestellt werden. Eine durchgehende Ruhepause auf privatem Grund ist ihm also verordnet. Fällt eine Hauptuntersuchung in diese Pause, ist sie in dem Monat nachzuholen, in dem die Geltung des Saisonkennzeichens wieder auflebt.

Noch ein ergänzender Tipp zur Kfz-Versicherung: Einem unfallfreien Biker winkt die nächste Stufe des Schadenfreiheitsrabatts nur dann, wenn er sein Motorrad innerhalb des Versicherungszeitraums nicht länger als sechs Monate stillgelegt hat.



Tipps

  • Reifen
  • Bremsen
  • Endtopf
  • Fahrwerk
  • Renntrainings
  • Setup
  • Motorradpflege
  • Lenkungsdämpfer R1
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        (Nina)

    Quellen:
    PS-Motorradmagazin