Heerscharen von Hobby-Rennfahrern tummeln sich auf Europas Rennstrecken. Führte
früher der einzige Weg dorthin über eine Rennfahrer-Lizens
und die Teilnahme an einer Meisterschaft, so reichen heute ein
sportliches Motorrad in der Garage und ein Griff zum Telefon.
Dutzende von Renntraining-Veranstalter mieten sich auf kleinen
Hinterhof-Pisten genauso ein wie auf modernen Grand-Prix-Kursen
und lassen gegn Bezahlung alle fahren, denen eine Karriere als
Lizensfahrer zu mühsam oder zu teuer ist.
Neben dem Spaß geht es dabei auch um Ruhm und Pokale. Praktisch
alle in der Szene etablierten Veranstalter organisieren auf ihren
Trainings Rennen, viel schreiben sogar eigen Meisterschaften aus,
bei denen Geld und Sachpreise von Sponsoren winken. Denn auch
die Industrie hat den Boom um das Fahren auf der Rennstrecke längst
erkannt.
Vorbereitung
Für die ersten Schritte auf der Piste reichen tatsächlich
schon ein sportliches Motorrad und eine komplette Fahrer-Ausstattung.
Beides sollte allerdings in ordentlichem Zustand sein. Mit abgefahrenen
Reifen und runtergeraspelten Bremsbelägen lässt ein
kein auch nur einigermaßen
Professionell organisierter Veranstalter auf die Strecke. Alle
Lichter am Motorrad müssen dazu abgeklebt, die Spiegel entfernt
werden. Zur Fahrer-Ausstattung gehören nicht nur Lederkombi,
Stiefel, Helm und Handschuhe, sondern auch ein vollwertiger Rückenschutz.
Die ersten Meter sollten von erfahrenen Piloten begleitet werden.
Sie können die besonderen "Verkehrsregeln" auf
der Rennstrecke erklären und ein Gefühl dafür geben,
wie man sich zu verhalten hat. Denn bei allem Spaß: Wo sich
so unterschiedlich schnelle Piloten eine Piste teilen wie bei
den Renntrainings, da muss man sich aufeinander einstellen.
Häufig wird daher in Gruppen gefahren, aufgeteilt nach dem
Grad an Rennerfahrung. Bei den meisten Veranstaltern können
Pisten-Neulinge auch mit Instruktoren üben. Ganz pfiffige
Pisten-Profis wie Prospeed oder Actionbike reservieren die Strecken
oft sogar einen ganzen Tag lang für ihre "Krabbelgruppe".
Setup
Für das Fahren auf der Rennstrecke besonders wichtig:
Das Motorrad muss zum Piloten passen. Prinzipiell taugen die aktuellen
Sport-Bikes zwar alle für gelegentliche Ausflüge auf
den Rundkurs, aber das gilt längst nicht für jedes Setup.
Geradezu lebensnotwendig ist, dass die Federung genügend
Reserven besitzt, um Bodenwellen und Schlaglöcher gleichermaßen
zu folgen. Sie muss lso in beide Richtungen arbeiten können,
und deswegen unterscheidet man Positiv und Negativ Federweg. Negativ
bezeichnet jenen Teil, der durch das Gewicht von Maschine und
Fahrer bereits aufgezehrt wird. Er ist nötig, damit die Räder
auch Vertiefungen folgen können. Der positive Anteil gleicht
dagegen Erhebungen aus. Fast genauso wichtig ist eine satte Dämpfung.
Sie verzögert die Federbewegungen, so dass die Federn sich
nach getaner Arbeit sofort beruhigen.
Für ein ordentliches Setup braucht man allerdings Erfahrung
und etwas Gefühl. Auch hier sollte man sich unbedingt helfen
lassen. Damit der Ausflug auf die Rennstrecke vom ersten Meter
an ein Vergnügen ohne Reue ist.
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Leo
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