Wenn es um die Optimierung von Motorrädern geht, ist die Reifenwahl das wichtigste aller Themen. Immerhin sichern die beiden Auflageflächen von der Größe eines Fünfmarkstücks den Fahrbahnkontakt und entscheiden damit als letzte Instanz, was noch geht und wo die Grenze des Machbaren endgültig überschritten wird. Weil das Motorrad je nach Schräglage außerdem verschiedene Bereiche der Reifenfläche nutzt, haben Kontur, Profilierung und Gummimischung, aber auch Unterbau und Luftdruck erheblichen Einfluss auf das Fahrverhalten.
Einsatzzweck
In
einen guten Sportreifen zu investieren ist das A und O. Schließlich
werden Motorräder vornehmlich schräg bewegt. Und die
Reifenentwicklung hat in den letzten Jahren riesige Schritte nach
vorn gemacht.
Vor allem in Sachen Kalt- und Nasshaftung sind Sportreifen der
jüngeren Generation kaum zu schlagen, auch ihre Haltbarkeit
hat sich deutlich verbessert. Die straßentauglichen Top-Gummis
sind damit eine Investition in mehr Sportlichkeit und Sicherheit.
Selbst auf der Rennstrecke machen viele Straßen-Sportreifen
eine gute Figur und kommen echtem Renn-Material schon recht nahe.
Wer sich regelmäßig auf der Piste austobt, braucht
trotzdem richtige Rennreifen.
Einige profilierte Racing-Gummis dürfen zwar auch auf der
Straße gefahren werden, echte Allround-Qualitäten darf
man von ihnen aber nicht erwarten. Noch extremer verhalten sich
Slicks. Hier müssen Maschinengewicht, Asphalt und Außentemperatur
zu Reifen-Typ und Mischung passen, denn alle profillosen Reifen
arbeiten nur in einem sehr schmalen Temperatur-Bereich optimal.
Die Rechnung, dass ein Satz Slicks günstiger zu haben ist
als ein Satz profilierter Rennreifen, kann so schnell zunichte
gemacht werden durch einen schlagartig ansteigenden Bedarf an
Sturzteilen.
Formate
Üblich sind bei Sport-Motorrädern heute durchweg Felgen der Dimension
3.50 x 17 Zoll vorn und 5.50 oder 6.00 x17 Zoll hinten. Optimal
sind dafür Reifen der Größen 120/70-17 vorn sowie
180/50-17 hinten. Die Motorrad-Hersteller setzen zwar auch gern
auf andere Kombinationen, aber dies oft mehr aus marktpolitischen
Gründen. So sind Vorderrad-Größen wie 120/60-17
(meist sehr hart und kippelig) oder 120/65-17 (ein Kompromiss zwischen
70er- und 60er-Querschnitt) entstanden. Auch 190er auf 5.50-Zoll-Felgen
fahren meist nicht optimal.
Andere Größen müssen in die Fahrzeugpapiere per
Gutachten eingetragen werden. Die sind meist nur über
Zubehör-Anbieter wie Alphatechnic zu bekommen. Freigaben in
den Serien-Größen gibt es kostenfrei bei den Motorrad-Importeuren
oder den Reifen-Anbietern. Sie müssen nur mitgeführt werden.
Hier heißt es allerdings genau hinsehen. Viele Reifen gibt
es nämlich in Sonder-Versionen, die durch einzelne Zusatzbuchstaben
gekennzeichnet sind.
Luftdruck
Gern unterschätzt, aber tatsächlich enorm wichtig für
eine optimale Performance ist der richtige Luftdruck. Und das
ist nicht immer der von den Herstellern angegebene Wert.
Der beinhaltet nämlich große Sicherheits-Reserven für
lange Vollgas-Etappen, die auf der Autobahn möglich sind,
im sportlichen Einsatz oder auf der Rennstrecke aber praktisch
nie vorkommen. Und so fahren viele Reifen mit weniger Luftdruck
deutlich harmonischer. Zweifler und vollgasfeste Autobahn-Brenner
sollten sich trotzdem an die Hersteller-Angaben halten.